| Gibt es noch eine Welle oder ist es schon nicht mehr so hipp? Ich fand den sächsischen Dialekt eigentlich immer ganz witzig -- insbesondere in unserem Latinum-Kurs an der Uni, wo wir regelmäßig unseren Vorzeigesachsen die U-Deklination haben sprechen lassen. Weil es so lustig klang. Stefan Raab hatte dann vor einigen Jahren mit den "Ö La Palöma Boys" die Ossi-Zeichen der Zeit erkannt (oder sie zumindest forciert) und mit dem "Maschendrahtzaun" gleich noch einen drauf gesetzt. Sicher, der Dialekt ist schon lüstisch, aber davon allein kann Comedy nü ouch nicht leben. Patrick Schreiber ist einer, der mit seinem sächsischen Dialekt kleine Anekdötchen erzählt -- aus dem Leben eines Ossis. Mit allem was zum Klischee gehört: Der ganze Mief, das Hinterwäldlerische, das penetrant Altmodische, der Billig-Charme, der Country-Verein, der grelle Synthetik-Pulli, Seitenscheitel und "over-the-ear-look". Sicher, über Humor kann man streiten. Aber von Patrick Schleifers lüstischem Dialekt abgesehen, bleibt bei Pullover nicht mehr viel übrig, außer einem sich auf das Riesenrad übergebendem Mann beim Betriebsausflug oder einer der ach so selten gehörten Ergüsse über männliches und weibliches Sexualverhalten. Klar, die Themen sind immer die gleichen. Aber die Aufbereitung machts -- und neue Aspekte oder ungewöhnliche Wendungen höre ich bei Patrick Schleifer nicht. Und der Dialekt allein reicht eben nicht. --Anja Buchmann |